Alte Oper
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Rundblick über den Opernplatz mit der Alten Oper bei Nacht. Quelle: www.skyline-panorama.de
Die Alte Oper befindet sich am Opernplatz im Frankfurter Stadtteil Westend. Das ehemalige Opernhaus wird heute als Konzert- und Veranstaltungsstätte genutzt.
In der Bombennacht vom 22. auf den 23. März 1944 wurde das Opernhaus schwer getroffen und brannte bis auf die Grundmauern nieder. Die Sanierungsarbeiten dauerten Jahrzehnte. Die Wiedereröffnung fand am 28. August 1981 statt.
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[bearbeiten] Geschichte
Am 20. Oktober 1880 wurde der im Renaissance-Stil errichtete Bau mit Mozarts 'Don Juan' festlich eingeweiht. Unter den Gästen befand sich auch Kaiser Wilhelm I.
Hier ein Auszug aus der Frankfurter Zeitung zum Eröffnungsabend der Alten Oper: „Genau zur festgesetzten Stunde fuhr der Kaiser vor. Oberbürgermeister Miquel begrüßte ihn, umgeben von Dr. Hamburger und Intendant Claar, im Vestibül; er stellte ihm die beiden Herren vor, der Kaiser konversierte mit ihnen und erinnerte sich speziell des Intendanten aus Berlin. Im Treppenhause bildeten die Anwesenden einen Halbkreis, der Kaiser sprach mit den Meisten, und ehe er sich zur Treppe wandte, sagte er: „Ich danke sehr für den Empfang, den mir Frankfurt bereit, und freue mich, dass Sie mich in den letzten zwei Jahren, seitdem ich nicht hier war, nicht vergessen haben.” Dann begab der Kaiser sich in die als Hofloge adaptierte Fremdenloge, zu seiner Rechten nahm der Kronprinz, zur Linken Prinz Heinrich Platz. Herr C. Metzler brachte nun ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus, die Versammlung stand auf und stimmte mit ein. Hierauf begann die Aufführung mit einer von Kapellmeister Goltermann komponierten und dirigierten Fest-Ouvertüre.”
Das Gebäude wurde vom Berliner Architekten Richard Lucae entworfene und von Frankfurter Bürgern finanzierte. Den Giebel bekrönte bis zur Zerstörung 1944 eine große Plastik eines „Pegasus“ von Bildhauer Ludwig Brunow, dieser wurde 1981 von Georg Hüter neugestaltet. Die Figurengruppen „Wahrheit und Dichtung“ (1881/82) und „Kunst und Natur“ (1902/03) stammten ebenso wie die Pantherquadriga auf dem Giebel des Vestibüls (1902) ursprünglich vom Bildhauer Franz Krüger.
Die Frankfurter Bürger stand dem Bau des Opernhauses, dessen Baukosten von ursprünglich zwei Millionen Mark auf zwanzig Millionen Mark anstiegen, anfangs eher kritisch gegenüber. So provozierte die Inschrift am Dachfries „Dem Wahren Schönen Guten“ den Frankfurter Dichter Adolf Stoltze zu seiner frankforterischen Variante „Dem Wahre, Scheene, Gute, die Berjerschaft muß blute“. Aber der Bau war auch ein Zeichen gegen die ungeliebte preußische Herrschaft, wegen der Frankfurt 1866 seine Stellung als Freie Reichsstadt eingebüßt hatte.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Opernhaus durch einen Luftangriff in der Nacht zum 23. März 1944 stark zerstört. Die Ruine sollte nach dem Willen des Magistrats durch einen Verwaltungsbau ersetzt werden. Der damalige hessische Wirtschaftsminister und spätere Oberbürgermeister Rudi Arndt schlug 1965 vor, das Gebäude „mit ein wenig Dynamit“ zu sprengen was ihn seinen Spitznamen „Dynamit-Rudi“ einbrachte.
Seit 1953 engagierte sich die Bürgerinitiative „Rettet das Opernhaus“ für einen Wiederaufbau. 1964 wurde die Bürgerinitiative „Aktionsgemeinschaft Opernhaus Frankfurt am Main e.V.“ mit hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Kultur und Frankfurter Bürgern gegründet. In den ersten beiden Jahren konnten für die Sanierung der Ruine sieben Millionen Deutsche Mark aufgebracht werden. Bis zur Wiedereröffnung kamen 15 Millionen Deutsche Mark zusammen.
Unter der Intendanz von Generalmanager Ulrich Schwab wurde das Haus als „Alte Oper“ am 28. August 1981 mit Gustav Mahlers 8. Sinfonie feierlich wiedereröffnet.
Wegen der seit 1951 bestehenden Oper Frankfurt, wurde die Alte Oper bei ihrem Wiederaufbau von als reines Konzert- und Kongresshaus konzipiert. Konzerte, konzertante Aufführungen, Kongresse und Gastspiele stehen auf dem Programm der Alten Oper.
Der holzgetäfelte Große Saal fasst ca. 2500 Zuschauer. Daneben gibt es den Mozart-Saal mit ca. 700 Sitzplätzen, der für kleinere Veranstaltungen genutzt wird, und eine Reihe kleinerer Säle für Kongresszwecke.
[bearbeiten] Sanierung der Alten Oper
Im Jahr 2007 wurde mit der Sanierung der so genannten Gürtelbauten der Alten Oper begonnen. Nord- und Westseite sind bereits fertig, der Osten ist als nächstes dran. Der Oberbau wurde bereits zuvor von außen erneuert. Im Sommer 2011 wird das Opernhaus dann endlich wieder ganz ohne Gerüst dastehen. Um die sieben Millionen Euro wird die Schönheitskur, die bei laufendem Betrieb erfolgt, insgesamt kosten. Fast eine Million dieser Bausumme geht diesmal auf das Gerüst, Umbauten am Eingang, die – vom Sturm beschädigte – Fotoplane vor der Baustelle und Sicherungsmaßnahmen im Inneren der Oper. Die Kosten liefen einerseits für technische Besonderheiten wie eine zumindest leichte Heizung der Winterbaustelle, den Umbau am Eingang sowie das doppelte Gerüst auf. Da man es an der Oper kaum verankern konnte, bot nur eine doppelte Ausführung den nötigen Halt. Andererseits wurde viel Aufwand betrieben, damit die Veranstaltungen im Inneren so wenig wie möglich gestört werden.
[bearbeiten] Panther-Quadriga
Über die Identität der Figur auf dem Dach wird noch gerätselt. Ist es Erato, die Muse der Liebesdichtung, der Lyrik, des Gesangs und des Tanzes, die da seit knapp 30 Jahren über dem Opernplatz wacht? Oder deren Schwester Thalia, Muse der komischen Dichtung und der Unterhaltung? Oder doch Victoria, die Siegesgöttin? In den Büchern steht Erato. Ungewöhnlich ist, dass die Frankfurter Muse einen Stab mit Schleife und Pinienzapfen hält, während Erato sonst mit der Lyra in der Hand auftritt. Dafür ist über das Leben der 110 Jahre alten Dame Genaueres bekannt. Sie stand von 1902 bis 1962 auf dem Giebel des Frankfurter Schauspielhauses. Dann war sie, ebenso wie der alte Bau, aus der Mode gekommen, wurde an einen Schrotthändler verkauft. Der stellte sie in seinen Garten, später landete sie auf einem Autofriedhof in Nieder-Eschbach.
Dort entdeckte 1973 der Fotograf Hans Rempfer die vier Meter hohe und 1,1 Tonnen schwere Dame und ihre grünen Katzen. Kurz darauf bauten die Frankfurter ihre Alte Oper wieder auf und brauchten noch zwei prominente Bausteine: die Figurengruppe auf dem Portikus – ein Apoll – und der Pegasus oben auf dem Dach. Beide waren im Bombenfeuer zerflossen. Das geflügelte Pferd wurde neu geschaffen, die Position des Apoll an die Quadriga vergeben. Seit 1981 halten Erato und ihre Katzen diesen Posten. Jahre, in denen ihnen Sonne, Wind, Kälte und Regen zugesetzt haben. Auch deshalb wurde sie von ihrem erhabenen Standort herabgeholt. Aus der Nähe sind die Altersspuren gut sichtbar. Schmutz auf der grünen Patina und kleinere Risse sind deutlich zu sehen.[bearbeiten] Gesellschaft der Freunde der Alten Oper Frankfurt
1700 Freunde der Musik unterstützen die Alte Oper durch eine Mitgliedschaft in dieser gemeinnützigen Vereinigung. Ziel ist die Förderung von Veranstaltungen, die sonst in diesem Hause nicht stattfinden könnten. Die Mittel werden gleichermaßen für klassische und zeitgenössische Projekte verwendet.
[bearbeiten] Opernplatz
Der Opernplatz mit dem Lucae-Brunnen lädt im Sommer zum Verweilen ein. In den Sommermonaten finden Feste und Veranstaltungen dort statt. So beispielsweise das Opernplatzfest oder die Opernspiele für Kinder. Auch für Freiluftkonzerte und Sportveranstaltungen wird der Platz regelmäßig genutzt. Im Winter 2008/09 wurde rund um den Lucae-Brunnen eine Eisbahn erbaut.
[bearbeiten] Link
- www.alteoper.de Die Seite der Alten Oper
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