Büdinger Frösche

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Die Büdinger Frösche sind das Wahrzeichen der Stadt.
Die Büdinger Frösche sind das Wahrzeichen der Stadt.

Die Büdinger werden im Volksmund «Die Frääsch» genannt. Diesen Spitznamen verdanken sie einer Legende, die sich im Jahr 1522 ereignete: Damals vermählte sich Graf Anton zu Ysenburg und Büdingen mit Frau Elisabeth von Wied. Nachdem sie ein rauschendes Fest in der Heimat der Braut feierten, zogen sie in des Grafen Heimat nach Büdingen.

Dort empfingen die Bürger der Stadt das Paar mit großem Brimborium. Von Hochzeitsfahnen über Freudenfeuer bis hin zu edel gekleideten Ehrenjungfrauen boten sie den Jungvermählten alles. Als es denn Abend wurde, konnten sich die Brautleute endlich ins Schlafgemach zurückziehen.

Graf Anton schlief fluggs ein. Ganz anders Gräfin Elisabeth. Sie wälzte sich unruhig von einer Seite auf die andere bis sie erzürnt ihren Gatten weckte. Denn vom Schlossteich her, dem breiten Graben, der das Schloss umgibt, schwoll ein lautes Konzert an - ein Konzert, das nicht unbedingt musikalische Reize birgt. Abertausende von Frösche quakten und glucksten um die Wette. Während Graf Anton die Frösche gar nicht mehr wahrnahm, waren sie für die junge Elisabeth ein Scheidungsgrund: «Das hast du mir verschwiegen! Das mache ich nicht mit! [...] Das Gequake, diese Geräusche, ich bekomme Migräne. Ich reise schon morgen zurück zu meinem Vater! [...] Tu etwas oder du bist mich los!»

Also musste der Graf etwas unternehmen, damit das Gequake so schnell wie möglich ein Ende hatte. Mitten in der Nacht scheuchten die Hofräte mit Hilfe des Stadtknechts die Büdinger aus den Betten und verkündeten ihnen auf dem Schlossplatz den Willen des Grafen, die Frösche zum Schweigen zu bringen.

So zogen sie noch vorm Morgengrauen mit Eimern, Körben, Fallen und Netzen in den Hain und zu den Schlossgräben. Sie fingen alles Grüngetier, das ihnen in den Weg kam. Bis zum Mittag gab es rund ums Schloss kein quakendes Geräusch mehr zu hören, dafür ging es umso lauter auf dem Marktplatz zu. Denn hierher haben die Bürger die Frösche gebracht.

Nun war es an der Zeit, sich zu überlegen, was mit den grünen Tieren passieren sollte. Während der Stadtrat diskutierte, erwachte Gräfin Elisabeth aus ihrem doch noch gefundenen Schlaf und erfreute sich der Stille. Der Stadtrat einigte sich darauf, die Frösche im Seemenbach zu ertrinken.

Wieder einmal nahmen die Büdinger die Eimer in die Hand und trabten mit diesen zur Mühltorbrücke. Dort schmissen sie die Frösche vor den Augen des Grafenpaares in den Bach. Nach einem kurzen Zappeln war von den Fröschen nichts mehr zu sehen. Am selben Abend wurde das laute Frosch-Konzert von einem eher - sagen wir mal - romantischen Frosch-Konzert ersetzt. Beschwerden seitens der Gräfin kamen jedoch niemandem mehr zu Ohren. Ob es nun an der überzeugenden Aktion lag oder aber daran, dass die Gräfin zu einer echten Büdingerin geworden ist, das vermag keiner zu sagen.

An den kommenden Festen erzählten die Büdinger mit viel Elan von jener denkwürdigen Nacht und brüsteten sich gerne damit, ihre Stadt als die von Fröschen sauberste zu bezeichnen. Seitdem werden die Büdinger von den umliegenden Ortschaften gerne die «Beuringer Frääsch» genannt. Die Büdinger fassen dies als Ehrentitel auf und sind auch auf die Aktion ihrer Vorfahren nicht minder stolz.

Seitdem ist der Frosch das Wahrzeichen der Stadt. Überall stehen, hängen und klettern die grünen Tiere und erfreuen sich hoher Beliebtheit.

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