Brechen

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Die Gemeinde Brechen. Quelle: www.gemeinde-brechen.de
Die Gemeinde Brechen. Quelle: www.gemeinde-brechen.de
Die Gemeinde Brechen entstand im Rahmen der hessischen Gebietsreform durch den Zusammenschluss der Orte Niederbrechen und Werschau am 31. Dezember 1971 sowie Oberbrechen am 01. Juli 1974. Sie gehört zum Landkreis Limburg-Weilburg und zum Regierungsbezirk Gießen. 6.990 Einwohner leben in Brechen. Das Gemeindegebiet umfasst 24,86 Quadratkilometer. Davon werden 69,8% Prozent landwirtschaftlich genutzt und 9,9 Prozent sind Wald. Außerhalb ihrer Grenzen besitzt die Gemeinde rund 300 Hektar Wald in den Gemarkungen Langhecke, Weinbach und Panrod.

Im unteren Abschnitt des Goldenen Grundes mit seinem fruchtbaren Lösboden gelegen, waren alle drei Dörfer bis in die 70er Jahre sehr stark landwirtschaftlich geprägt. Heute ist Brechen überwiegend Wohnsitzgemeinde. Etwa 90 Prozent der Erwerbstätigen verdienen ihren Lebensunterhalt außerhalb der Gemeinde, vor allem im Rhein-Main-Gebiet.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Das Alte Rathaus in Niederbrechen, Foto: Königstein
Das Alte Rathaus in Niederbrechen, Foto: Königstein

[bearbeiten] Geschichte

Das Wappen der Gemeinde Brechen. Quelle: www.gemeinde-brechen.de
Das Wappen der Gemeinde Brechen. Quelle: www.gemeinde-brechen.de
Die Geschichte der drei Ortsteile Niederbrechen, Oberbrechen und Werschau reicht weit in die Vergangenheit zurück. Verschiedene Ausgrabungsfunde, belegen eine Besiedelung des Gebiets bereits in der jüngeren Steinzeit (3000 - 1800 v. Chr.). Funde auf dem Gebiet Oberbrechens verweisen auf die Hallstattzeit (500 v. Chr.) hin. Neuere Grabungen lassen vermuten, dass es sich bei der in einem Waldstück östlich von Oberbrechen gelegenen Alteburg um ein befestigtes römisches Lager handeln könnte. Vor und nach der Völkerwanderung war es Durchgangsgebiet verschiedener germanischer Stämme. Im 6. Jahrhundert siedeln sich die Franken hier an, wobei fränkische Königshöfe entstehen, die in den Besitz adliger Familien gelangen.

Die erste urkundliche Erwähnung finden Nieder- und Oberbrechen unter dem Namen «Brachina» in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch, datiert auf den 12.08.772. 784 wird Brachina (das Wort ist keltischer Herkunft und bedeutet «An der Berglehne») in einem Verzeichnis der zum Kloster Lorsch gehörenden Güter abermals erwähnt.

In der Folgezeit geht der Ort in das Eigentum der Abtei St. Maximin in Trier über. 893 bestätigt König Arnulf (877-899) der Trierer Abtei den Besitz von «Prichna», womit jetzt Niederbrechen gemeint ist. 910 schenkt König Ludwig das Kind (900-911) den Fronhof «Brichene» (= Oberbrechen) mit der Kirche zu Bergen dem Konradiner Gaugrafen Konrad dem Weisen, auch als Konrad Kurzbold bekannt.

1353 verpfänden die Molsberger Teile von Niederbrechen an Kurtrier, 1366 geht die Herrschaft Molsberg mit Niederbrechen an das Kurfürstentum Trier über; die letzten Rechte an Niederbrechen erwerben die Kurtrierer 1369. Um seinen neuen Besitz zu schützen, erwirbt Kurfürst Cuno von Falkenstein 1363 von Kaiser Karl IV die Stadtrechte für «Brechen bei Vilmar» (Niederbrechen); die Verleihungsurkunde datiert auf den 15.01.1363. In den Jahren 1367 bis 1379 wird die Stadt mit einer Ringmauer, sieben Türmen, drei Toren, Wall und Gräben umgeben; Teile dieser Stadtmauer und der Gefangenenturm sind bis heute erhalten geblieben. 1420 fällt ganz Oberbrechen - zusammen mit der Herrschaft Limburg - in den Besitz der Kurtrierer.

Die Kirche zu Bergen ist Mutterkirche vieler umliegender Orte, u. a. auch für Werschau. Der Ortsname Bergen taucht 1129 erstmals als Fronhof «Berge» in einem Schreiben des Erzbischofs Adalbert von Mainz auf. Mit der Herrschaft Limburg fällt Bergen später an Kurtrier. 1354 ist der Ort noch bewohnt, doch mit der Erlangung der Stadtrechte ziehen die Bewohner in das sicherere Niederbrechen, von wo aus sie ihre Äcker und Wiesen bestellen; um 1490 ist Bergen verwaist. Während die Gemarkung Bergens zur Gemarkung Niederbrechen kommt, bleibt die Kirche bis zur Reformation 1570 weiterhin Mutterkirche für Werschau.

1235 wird Werschau als «Werse» erstmals erwähnt, bestand aber ohne Zweifel schon früher. Die Namensgebung ändert sich auch hier im Verlauf der Jahrhunderte und hat sich wohl erst nach 1736 in der jetzigen Form verfestigt; die Namensdeutung wird heute mit "in der Au am Wörsbach" erklärt. Beim Verkauf von Grundstücken siegeln zu Beginn des 14. Jahrhunderts noch die Grafen von Diez als Landesherren; später ist Werschau im Besitz der Herrschaft Limburg und fällt mit dieser 1420 in den Besitz Kurtriers.

Bereits 1426 müssen die Kurtrierer unter Kurfürst Graf Otto von Ziegenhain die gewonnenen Herrschaften Limburg und Molsberg (und damit die Rechte in den Orten Niederbrechen, Oberbrechen und Werschau) verpfänden, u. a. zur Hälfte an die Landgrafen von Hessen. Damit beginnt eine zweihundertjährige, vielschichtige und unübersichtliche Pfandherrschaft, in dessen Verlauf die Rechte und Einkünfte immer wieder neu verpfändet und unterverpfändet werden. Der 30-jährige Krieg (1618-1648) hinterlässt auch in Niederbrechen, Oberbrechen und Werschau tief greifende Spuren; so brandschatzen z.B. die Schweden 1632 Niederbrechen, wobei ein Großteil des Ortes ein Raub der Flammen wird.

1802 erhält das Fürstentum Nassau-Weilburg als Entschädigung für die verloren gegangenen linksrheinischen Gebiete den Besitz des kurtrierischen Amtes Limburg. Nach der Vereinigung mit dem Fürstentum Nassau-Usingen zum neuen Herzogtum Nassau im Jahre 1806 sind die Einwohner von Niederbrechen, Oberbrechen und Werschau nunmehr «Nassauer».

1866 erfolgt die Annektion Nassaus ins Königreich Preußen und ein Jahr später die Auflösung der alten Ämter und die Bildung von Landkreisen. Aus dem ehemaligen Amt Limburg wird der Unterlahnkreis mit Diez als Kreisstadt. Mit dem Königreich Preußen gelangen die drei Orte 1871 ins neu geschaffene deutsche Kaiserreich. 1886 wird der Kreis Limburg aus den ehemaligen Ämtern Limburg und Hadamar sowie Teilen des Amtes Idstein (Camberg und Selters) gebildet. Im Zuge der hessischen Gebietsreform schließen sich 1971 Niederbrechen und Werschau zur Gemeinde Brechen zusammen, zu der am 1. Juli 1974 Oberbrechen hinzukommt. Im selben Jahr schließen sich auch der Kreis Limburg und der Oberlahnkreis zum Landkreis Limburg-Weilburg zusammen.

[bearbeiten] Geografische Lage

Kartenansicht

[bearbeiten] Links

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