Ernst May

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Ernst May (rechts) mit dem Publizisten und Bodenreformer Adolf Damaschke. Quelle: FNP
Ernst May (rechts) mit dem Publizisten und Bodenreformer Adolf Damaschke. Quelle: FNP
Architekt und Städteplaner, geboren am 27. Juli 1886 in Frankfurt, verstorben 1970 in Hamburg. Sein Geburtshaus ist die Metzlerstraße 34 in Sachsenhausen.

Ernst May war von 1925 bis 1930 unter Bürgermeister Ludwig Landmann als Hochbaudezernent der Stadt Frankfurt tätig und schuf während dieser Zeit das „Neue Frankfurt“: Unter seiner Ägide entstanden die Siedlungsbauten in den Stadtrandlagen mit rund 15.000 Wohnungen.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

Als May, von Ludwig Landmann gerufen, 1925 als „Siedlungsdezernent“ antrat, litt Frankfurt unter extremer Wohnungsnot. 467.000 Einwohner zählte die Stadt – das waren 50.000 mehr als noch 1910 und sogar 190.000 mehr als ein Vierteljahrhundert zuvor. Die Stadt hatte ein gewaltiges Wohnungsproblem. Es galt, erschwingliche Wohnungen zu schaffen – und zwar so viele wie möglich. Dass May dabei die Wohnqualität nicht aus den Augen verlor, ist sein großes Verdienst. „Die Zeichen unserer Zeit sind Hast und Lärm, tausendfach sich überstürzende Eindrücke, Fabrikschlote und Stadtenge – wir brauchen Luft und Sonne: das ist die neue Gartenstadt, das neue Haus, der Garten und die Natur. – Wir brauchen Ruhe: das ist die neue Wohnung.“ So war es von ihm 1926 programmatisch in der Zeitschrift „Das Neue Frankfurt“ zu lesen. Und 1928 formulierte er als seinen Antrieb: „Die Architekten des Neuen Bauens eint über alle Grenzen der Länder hinaus ein warm empfundenes Herz für alle Menschen in Not, sie sind ohne soziales Empfinden undenkbar, ja man kann geradezu sagen, dass diese Schar die sozialen Momente bewusst in den Vordergrund des Neuen Bauens stellt.“ Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, aber viele tausend Frankfurter verdankten ihm tatsächlich ihr Wohnungs-Glück.

Die Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky, Quelle: MAK
Die Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky, Quelle: MAK
„Plan-Athlet“ wurde er deswegen schon genannt: Unbeirrbar in seinen Zielen soll der Architekt und Stadtplaner gewesen sein, der in den fünf Jahren, die er hier arbeitete, die Stadt mehr veränderte, als man je für möglich gehalten hätte. Sein ausgeprägtes ausgeprägtes Talent zur Teamarbeit ermöglichte es ihm zugleich, seine Riesenwerke bis ins Detail auszutüfteln. Zu seinen Mitarbeitern gehörte Margarete Schütte-Lihotzky, die für die beengten Wohnverhältnisse die berühmte „Frankfurter Küche“, eine Vorläuferin der heutigen Einbauküche, entwarf.

Die stark standardisierte Bauweise Mays verschaffte ihm Preisvorteile, die dem Komfort der Wohnungen zugutekamen: Neben der innovativen Küchenlösung zählen dazu auch Zentralheizung und die flächendeckende Stromversorgung. 1930 erhielt May einen Ruf als Planungsbeauftrager nach Russland. 1933 emigrierte er nach Afrika, versuchte nach dem Weltkrieg zwei Mal, wieder in Frankfurt Fuß zu fassen. War bis 1956 Planungsleiter der Neuen Heimat in Hamburg. An der TH Darmstadt wurde er 1957 Professor für Städtebau. In Bornheim wurde inmitten einer seiner Siedlungen ein Platz nach ihm benannt. Die nach der gleichnamigen Zeitschrift "Das Neue Frankfurt" benannten Bauten gelten neben dem Bauhaus in Dessau, der Weißenhofsiedlung in Stuttgart und den Berliner Siedlungen als bedeutende Zeugnisse der frühen Moderne in Deutschland.

Das Wohnhaus von Ernst May in der Ginnheimer Ludwig- Tieck-Straße 11. Quelle: FNP
Das Wohnhaus von Ernst May in der Ginnheimer Ludwig- Tieck-Straße 11. Quelle: FNP
May selbst baute sich die „Villa May“ in Ginnheim, in der Ludwig-Tieck-Straße 11. Die Ernst-May-Gesellschaft hat das zweistöckige Wohnhaus Im Burgfeld 136 denkmalgerecht hergerichtet: Es soll Besuchern einen Einblick in die Schaffenswelt des Architekten geben (Näheres erfährt man unter www.ernst-mayhaus.de, dort auch viele Bilder, unter anderem aus seinem Wohnhaus!).

[bearbeiten] Siedlungsbauten von Ernst May in Frankfurt

[bearbeiten] Links

www.ernst-may-gesellschaft.de Seite der Ernst-May-Gesellschaft www.erst-mayhaus.de Das Ernst-Mayhaus im Internet

[bearbeiten] Literatur

Große Namen in Frankfurt – Wer wo lebte
von Dierk Wolters
erschienen 2009, 112 Seiten, Broschur mit zahlreichen Farbabbildungen
ISBN: 9783797311252
Preis: 9.90 Euro
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