Freistaat Flaschenhals

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Der Freistaat Flaschenhals wurde am 10. Januar 1919 nach Beendigung des Ersten Weltkriegs ausgerufen.

Seine Entstehung liegt in der unvollständigen Besetzung Deutschlands durch die Alliierten begründet: Bei Koblenz und Mainz wurden zwei halbkreisförmige Brückenköpfe mit einem Radius von 30 Kilometer eingerichtet. Während der Brückenkopf Mainz von den Franzosen besetzt war, ließen sich die Amerikaner im Brückenkopf Koblenz nieder. Die beiden Besatzungszonen überlappten sich jedoch nicht und hinterließen folglich einen freien Raum zwischen sich, der die Form eines Flaschenhalses hatte.

Die Verwaltung des Gebietes fiel drei Landkreisen zu, weswegen sich niemand verantwortlich fühlte. Am 3. Januar 1919 bestimmte das Oberpräsidium Kassel schließlich, dass der Landrat des Kreises Limburg, Robert Büchting, die kommunale Verwaltung übernehmen sollte. Limburg an der Lahn war die nächstgelegene unbesetzte Kreis- und Gerichtsstadt. Büchting gab diese Aufgabe an den Lorcher Bürgermeister Pnischeck weiter, der auch den Druck eines eigenen Notgelds veranlasst hat.

Der Freistaat Flaschenhals umschloss die Orte Lorch, Lorchhausen, Kaub, Sauerthal, Ransel, Wollmerschied, Welterod, Zorn, Strüth und Egenroth und beheimatete rund 8.000 Einwohner.

Die Versorgung des Freistaats erwies sich als äußerst schwierig, da die Eisenbahnen nicht mehr in der Region hielten und Straßenverbindungen ins unbesetzte Deutschland fehlten. Aus diesem Grund kam es nachts zu einem regen Schmuggelverkehr: Aus dem besetzten Rheingau wurde nachts Wein durch den Wald in den Freistaat geschmuggelt und in den Lorcher und Kauber Kellern gelagert, da man ihn vor den Franzosen retten wollte.

Am 25. Februar 1923 besetzten die Franzosen schließlich die Region und nahmen Bürgermeister Pnischeck in Gewahrsam. Sie zogen erst am 16. November 1924 ab, da die Besetzung gegen den Versailler Vertrag verstieß.

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