Heddernheim

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Heddernheim ist ein Stadtteil von Frankfurt und liegt im Nordwesten der Stadt. Bekannt ist Heddernheim wegen der einst hier errichteten römischen Munizipalstadt Nida, seine Metallverarbeitung und als „Klaa Paris“, in das sich Heddernheim anlässlich des Fastnachtsumzuges am Faschingsdienstag verwandelt. Dieser Umzug bringt jährlich mehr als 100.000 Narren nach Heddernheim. Die erste Heddernheimer Fassenacht ist 1839 beurkundet. Nach der Annexion durch Preußen gehörte Heddernheim bis zur Eingemeindung durch Frankfurt 1910 zum Landkreis Frankfurt.


Lokale Nachrichten aus Heddernheim

aus dem Angebot von Rhein-Main.Net und Frankfurter Neue Presse

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Lage/Bevölkerung

Heddernheim liegt am rechten Ufer eines Niddabogens. Es grenz nördlich und westlich an die Stadtteile Niederursel und Praunheim. Auf der linken Niddaseite grenzt es an den Stadtteil Eschersheim. Weiter südlich befindet sich auf der linken Niddaseite der Volkspark Niddatal, der teils zum Stadtteil Ginnheim, teils zu Praunheim und Hausen gehört.

Der, mit ca. 250 Hektar relativ, kleine Stadtteil verfügt über eine überdurchschnittlich hohe Bevölkerungsdichte. Dabei teilt sich die Dichte in etwa gleich auf die beiden Stadtbezirke auf. Im östlichen, flächenmäßig kleineren Stadtbezirk befindet sich der alte Ortskern mit der ehemaligen Hauptstraße Alt-Heddernheim und der Heddernheimer Landstraße, während im westlichen Stadtbezirk die Ernst-May-Siedlung Römerstadt und das Nordwestzentrum liegen.

[bearbeiten] Geschichte

Im Jahr 801 wurde der Ort erstmals als Phetterenheim erstmals in einer Schenkungs-Urkunde an das Kloster Lorsch erwähnt. Die Endung –heim deutet auf einen fränkischen Ursprung. Die Franken hatten das Rhein-Main-Gebiet im 6. Jahrhundert in ihrer Hand. Die von Franken gegründeten Ortschaften erhielten häufig den Namen des vom König belehnten Heerführer. So war beispielsweise Rödelheim das Heim des Radilo, siehe auch Radilostraße, und Bommersheim das Heim des Botmar.

Heddernheim gehörte ab dem 12. Jahrhundert bis zur Säkularisation 1803 dem Mainzer Domkapitel. Von 1806 bis 1866 war es eine Exklave des Herzogtums Nassau. Der besonderen Lage als Exklave ist auch die komplizierte Konfessionsgeschichte Heddernheims zuzuschreiben. Da sie rundherum von lutherischen oder reformierten Territorien umgeben war, blieb die Gemeinde trotz ihrer katholischen Herrschaft auch während der Gegenreformation mehrheitlich lutherisch. Daneben gab es eine große jüdische Gemeinde, die im 18. und 19. Jahrhundert etwa ein Viertel der Einwohner ausmachte und zeitweise die größte jüdische Gemeinde des Herzogtums Nassau war. Aus den Steuerunterlagen von 1779 geht hervor, dass fast ein Drittel der Juden und ein erheblicher Teil der Heddernheimer Christen sehr arm und folgich von Steuerzahlungen befreit waren. Spätere Steuerstatistiken weisen für 1772 49 und für 1779 66 so genannte Schutzjuden nach, das waren Juden, denen gegen eine Sondersteuer ein Wohn- und Bleiberecht eingeräumt wurde, nicht jedoch die gleichen Rechte der christlichen Ortsansässigen.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war Heddernheim ein bedeutender Standort des metallverarbeitenden Gewerbes. Die Vereinigten Deutschen Metallwerke (VDM) beschäftigten zeitweise über 20.000 Mitarbeiter und waren während des Zweiten Weltkrieges größter Hersteller von Propellern für die deutsche Luftwaffe.

[bearbeiten] Heddernheim aktuell

Die Industrie spielt heute keine große Rolle mehr in Heddernheim. Seit den 1990er-Jahren entstanden am nordwestlichen Rand von Heddernheim große Neubausiedlungen auf dem ehemaligen bodensanierten VDM-Gelände, das Mertonviertel und die Riedwiese. Inzwischen hat der Aufbau des Wohngebiets Riedberg begonnen.

Am westlichen Ortsrand von Heddernheim befindet sich das 1968 eröffnete Einkaufszentrum Nordwestzentrum. Der Stadtteil ist außerdem Standort der Müllverbrennungsanlage Nordwest, einer der modernsten Anlagen Europas. Weithin sichtbar ist der Schornstein der Anlage, der mit einem riesigen Drachenmotiv bemalt ist.

[bearbeiten] Erhalt des Stadtbildes von Alt-Heddernheim

Bauliche Veränderungen in Alt-Heddernheim bedürfen von nun an einer Genehmigung Die Heddernheimer müssen jetzt im Falle einer Umgestaltung oder auch schon der Nutzungsänderung ihres Hauses achtgeben. Seit Dezember 2009 gilt die Erhaltungssatzung. Alle baulichen Veränderungen müssen genehmigt werden. Das Gebiet zwischen Dillenburger Straße und In der Römerstadt zwischen Herborner Straße und Titusstraße steht jetzt unter besonderem Schutz. Für Hausbesitzer heißt das, sie müssen sich bei äußeren Instandsetzungsarbeiten ihrer Immobilien an die Vorgaben der Erhaltungssatzung halten, die die Stadtverordnetenversammlung nun beschlossen hat.

Die Satzung dient der Unterstützung des denkmalpflegerischen Auftrags. Sie erfasst dort, wo es über die denkmalgeschützte Gesamtanlage hinausgeht, historisch und strukturell wichtige Gebäude und trägt dazu bei, das Ortsbild auch in der Umgebung der denkmalgeschützten Anlage zu schützen. Im Gegensatz zum Denkmalschutz bleiben dem Eigentümer jedoch größere Spielräume zur individuellen Gestaltung. „Die Satzung dient dem Erhalt von Gebäuden, die das historische Ortsbild prägen, und ist auch als Maßstab für Neubauten zu verstehen“, betont die Stadtverwaltung. Bei einem Vorhaben, das in ihrem Geltungsbereich liegt, wird geprüft, ob der Rückbau, die Änderung und das Errichten baulicher Anlagen mit den Satzungszielen übereinstimmen.

Heddernheim besitzt keine Gebäude mehr, die erkennbar vor dem 18. Jahrhundert errichtet wurden. Der überwiegend denkmalgeschützte alte Ortskern wird durch die Straßen Alt-Heddernheim, Bendelgasse, Diezer Straße, Nistergasse und Oranienstraße gebildet. In diesem Gebiet liegt das ehemalige Schloss mit wenigen noch erhaltenen Nebengebäuden und Parkanlagen. Einige Straßenabschnitte zwischen Alt-Heddernheim und Oranienstraße zeigen eine dörfliche Struktur von vor der Zeit des barocken Schlossbaus an.

Vor den heute im Stadtbild dominant erscheinenden Bauten der Müllverbrennungsanlage und der Maybach-Brücke wirkt der Ort bäuerlich barock mit regelmäßiger Straßenlinienführung. Die innere Erschließung ehemaliger kleiner Hofreitengrundstücke ist gering dimensioniert. Das führt dazu, dass bei einer heutigen Bebauung oder Umnutzung in zweiter Reihe eine starke Versiegelung auftritt, die früher in dieser Form unüblich war. Zwischen Alt-Heddernheim und Oranienstraße befinden sich noch größere unbebaute rückwärtige Grundstücke, die an anderen Stellen im alten Kern von Heddernheim für Schulen, Kindergärten, kirchliche Gebäude und Sportstätten genutzt werden.

Historisch sind so gut wie nie Gebäude in dritter Reihe errichtet und genutzt worden. Hinter der meist quer stehenden Scheune befanden sich die Hühnerwiese und der Küchengarten. Eine Nachverdichtung kann nur behutsam und nicht generell erfolgen, wenn diese alte Struktur erhalten werden soll. Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg ist keine große Durchmischung von Bautypen entstanden. Die strengen Straßengrundrisse mit straßenweise typischen Gebäudehöhen oder Dachansichten wurde fortgesetzt. Ab 1870 entstanden in den nördlichen Erweiterungsgebieten von Heddernheim zahlreiche kleinstädtische Wohnhäuser. Dieser Bautyp ähnelt in seiner klaren Form den Arbeiter- und Handwerkerhäusern. Die Gebäude sind jedoch fast durchgängig zweigeschossig und stehen mit dem Giebel ohne Vorgarten direkt an der Straße –etwa an der Kastellstraße.

Im Rahmen der regen Bautätigkeit, die mit der Industrialisierung in Heddernheim einsetzte, bildete die gründerzeitliche Bebauung in Heddernheim einen recht lockeren Bebauungstyp aus. Auffallend ist die überwiegend zweigeschossige Doppelhausbebauung mit Grundstücksgrößen von rund 150 Quadratmeter und repräsentativen Einzel- oder Doppelhäusern mit 300 Quadratmeter an der Domitian- und Antoninusstraße. An der Dillenburger Straße sind sogar viergeschossige gründerzeitliche Blockrandgebäude angeordnet, die eher großstadttypisch sind. Eine Durchmischung, die nach Ansicht des Magistrats schützenswert ist.

[bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

  • Siedlung Römerstadt

Ab 1927 schuf Stadtbaurat Ernst May eine beispielhafte Siedlung: Die Häuser der Römerstadt verfügten über Zentralheizung, Radioanschluss, Bad, Strom und Einbauküche, anzuschauen in einem denkmalgerecht ausgestatteten Musterhaus mit Garten. Hadrianstraße 20-44, Am Forum 1-27, 2-52, 51-85, An der Ringmauer 1-129, 2-134

  • Heddernheimer Schloss

Die ruhmvolle Vergangenheit des Stadtteils spiegelt sich noch heute in einem kleinen Schlösschen wider, das versteckt im alten Dorfkern liegt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Straße Alt-Heddernheim gibt es noch einen kleinen Park, der zu den Nidda-Wiesen führt und die attraktive Lage des ehemaligen Anwesens erkennen lässt. Vorgänger des kleinen Schlösschens war die 1584 erbaute Burg Philippseck, die von Philipp Wolf von Praunheim bewohnt wurde. Nach Familienstreitigkeiten und dem Dreißigjährigen Krieg waren nur noch Rest der Burg vorhanden. Freiherr von Riedt ließ das heutige Schlösschen 1740 erbauen.

  • Hundertwasser-Kindergarten

Der von Friedrich Hundertwasser gestaltete Hundertwasser-Kindergarten in Heddernheim ist wegen seines ungewöhnlichen Baustils überregional bekannt. Er liegt unweit des Urselbachs.

[bearbeiten] Freizeit/Kultur

  • City Camp Frankfurt

An der Nidda, liegt der einzige Frankfurter Campingplatz, genannt City Camp Frankfurt. Auf 24.000 m² Gelände sind 140 Durchgangsplätze sowie weitere Stellplätze für Dauercamper vorhanden. Er ist für Wohnwagen ganzjährig geöffnet, der Zeltplatz (ohne Stromanschluss) jedoch nur von Mitte April bis Ende September.

  • Titus Thermen

Die Titus Thermen mit Hallenschwimmbad und großem Saunabereich befindet sich im Nordwestzentrum.

  • Ernst-May-Haus

Das Ernst-May-Haus ist ein zweistöckiges Reihenhaus in der Straße Im Burgfeld 136 und wird als Dokumentations- und Veranstaltungszentrum der Ernst-May-Gesellschaft genutzt.

  • Heimatmuseum

Im Neuen Schloss, Alt Heddernheim 30, entsteht derzeit ein Heimatmuseum, in dem unter anderem Fundstücke aus der Römerzeit ausgestellt werden sollen.

[bearbeiten] Vereine

Die Heddernheimer sind aktiv in zahlreichen Vereinen, hier eine Auswahl:

  • Akkordeon-Orchester Frankfurt-Heddernheim
  • Aktionsgemeinschaft Nordwest-Zentrum e.V.
  • Angelsport Verein Heddernheim e.V.
  • Bürgerverein Heddernheim e.V.
  • Gambia Fankanta-Society e.V.
  • Gesangsverein Frohsinn 1840 e.V. Heddernheim
  • Heddernheimer Kleintierzüchter
  • Karneval-Club Fidele Nassauer 1931 e.V.
  • SG Nordwest Frankfurt 1965
  • Spanischer Kulturkreis, Circulo Cultural Espanol e.V.
  • Sportverein 1907 Frankfurt-Heddernheim e.V.
  • Turnerschaft 1860 Frankfurt am Main Heddernheim e.V.
  • Wanderverein Heddernheim e.V.
  • Zeit-Tauschring Frankfurt Nordwest

[bearbeiten] Lage

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