Hochtaunuskreis

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Landschaft im Taunus
Bildquelle: Naturpark Hochtaunus
Bildquelle: Naturpark Hochtaunus
Lage
Land Hessen
Regierungsbezirk Darmstadt
Kreisstadt Bad Homburg v.d. Höhe
Statistische Daten
Fläche 482,03 km²
Einwohner 225.737 (Stand 12/2008)
Ausländeranteil 11,6% (26.251)
Anzahl Städte 8
Anzahl Gemeinden 5

Der Hochtaunuskreis gehört zum Regierungsbezirk Darmstadt. Im Hochtaunuskreis gibt es 13 Städte und Gemeinden (8 Städte und 5 Gemeinden). Der Hochtaunuskreis ist unterteilbar in das Gebiet des Vordertaunus, welches Frankfurt zugewandt ist, und dem Hintertaunus. Getrennt werden die Gebiete durch den Taunuskamm mit seiner höchsten Erhebung im gesamten Kreis, dem Feldeberg (881 Meter).

Zum 1. August 1972 wurden die Landkreise Usingen und Obertaunus sowie Teile des Main-Taunus-Kreises zum Hochtaunuskreis zusammengelegt. Kreisstadt ist Bad Homburg v.d.H.

Vordertaunus

Im Vordertaunus zählt nur Glashütten zu den Gemeinden.

Hintertaunus

Wehrheim, Schmitten, Weilrod und Grävenwiesbach sind die Gemeinden im Hintertaunus.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

[bearbeiten] Siedlungsgeschichte

Schon im 8. Jahrhundert v. Chr. gab es befestigte Siedlungen im Hochtaunuskreis auf dem Bleibeskopf und dem Altkönig. Kelten erbauten im 3. Jahrhundert v. Chr. eine erste stadtähnliche Siedlung in Oberursel.

Die erste schriftliche Erwähnung des Taunus fand um 10 v. Chr. bei der römischen Grenzbefestigung – dem Limes – statt. Am Limes stand früher die „Saalburg”, welche um 1900 rekonstruiert wurde. Die Römer wurden 260 n. Chr. von Germanen aus dem Gebiet vertrieben. Nach den Germanen ließen sich die Franken im 5. und 6. Jahrhunder n. Chr. im Taunus nieder. Daraus entwickelten sich kleine Dörfer und Städte.

[bearbeiten] Mittelalter

Im 11. Jahrhundert begann der Burgbau rund um den Taunus. Die erste Burg errichteten die Grafen von Nürings bei Falkenstein. Es folgten die Burgen der Herren von Falkenstein, Gottfried von Eppstein und die Herren von Kronberg.

Nach und nach wuchsen die Gemeinden und erlangten die Stadtrechte:

  • 1313 – Königstein
  • 1330 – Kronberg
  • 1361 – Bad Homburg
  • 1377 – Usingen
  • 1444 – Oberurseler

Die Herren von Eppstein wurden immer einflussreicher, erbten schließlich auch die Besitztümer der Falkensteiner. 1505 nannte Eberhard von Eppstein die Grafschaft Königstein sein Eigen. 30 Jahre später starb die Linie jedoch aus. Erben waren die Grafen von Stolberg.

[bearbeiten] Reformation

Ludwig von Stolberg studierte seinerzeit mit Martin Luther. Nach dessen neuer Lehre wurde 1535 die Reformation auch in der Grafschaft Königstein angesehen und verbreitet. Das gesamte Gebiet wurde reformiert. Nach der Einvernehmung Königsteins durch das Erzbistum Mainz 1581 kam es zu Beginn des 17. Jahrhunderts zur Rekatholisierung.

Die Landgrafschaft Hessen-Homburg wurde 1622 durch Landgraf Friedrich II. gegründet worden. Ebenso wie Fürst Walrad (Linie Nassau-Usingen) bemühte er sich um den wirtschaftlichen Erfolg seines Gebietes. Beide freuten sich über die Ankunft von Glaubensflüchtlingen (Hugenotten, Waldenser), da sie die Gebiete wirtschaftlich unterstützen sollten.

[bearbeiten] 19. Jahrhundert

Oberursel, Kronberg und Königstein wurden an das Herzogtum Nassau angeschlossen, nachdem Anfang des 19. Jahrhunderts geistliche und einige weltliche Territorien aufgelöst wurden. Damit gab es im Gebiet des Hochtaunus praktisch nur noch das Herzogtum Nassau und die Landgrafschaft Hessen-Homburg.

Während des Vormärz entwickelten auch die Bürger im Taunus freiheitliche Ideen. Regelmäßig fanden die Feldbergfeste statt. Hessen-Homburg verharrte jedoch im Konservativen, während sich das Herzogtum Nassau aufgeschlossen zeigte.

Das Großherzogtum Hessen-Darmstadt erhielt das Gebiet nach dem Tod des letzten Landgrafen von Hessen-Homburg 1866 zurück. Während des Krieges zwischen Preußen und Österreich stellten sich die Taunusgebiete gegen Preußen. Nach deren Sieg mussten Nassau und Hessen-Homburg ihre Territorien aufgeben.

Am 22. Februrar 1867 entstand durch eine Verordnung der Obertaunuskreis. Er gehörte zur Provinz Hessen-Nassau. Dem Kreis gehörten 82 Gemeinden an, sie unterstanden einer Kreisverwaltung in der Kreisstadt Bad Homburg.

Etwa 20 Jahre später schlossen sich viele Städte im Hintertaunus zum Landkreis Usingen zusammen. Zu der Zeit war der Taunus bereits durch sein heilsames Klima bekannt. Dieses zog viele Herrschaften in die Kreisgegend. Auch reiche Frankfurter Familien zogen den Taunus als Wohnort vor, gab es hier doch günstige Verkehrsanbindungen.

[bearbeiten] Kriegszeiten

Nach dem Ersten Weltkrieg ergaben sich einige territoriale Veränderungen. Unter anderem wurden dem neuen Main-Taunus-Kreis einige Gemeinden des Obertaunuskreises zugesprochen. Der Langkreis Usingen wurde zeitweise aufgelöst und nach heftigem Protest wieder neu gegründet.

In der NS-Zeit wurden viele Gebäude zur damaligen Bildung der Bevölkerung im Sinne der Politik genutzt. Synagogen in Bad Homburg, Königstein und eine in Schmitten wurden verwüstet und zerstört.

[bearbeiten] Nachkriegsjahre

Amerikanische Alliierte marschierten 1945 in das Hochtaunusgebiet ein und beendeten dort den Krieg. Viele wichtige amerikanische Persönlichkeiten des Militär residierten zeitweilig in Bad Homburg, auch General Dwight D. Eisenhower.

1949 fanden im „Haus der Länder” in Königstein politische und wirtschaftliche Konferenzen statt. Auch der Entwurf für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wurde hier entwickelt.

[bearbeiten] Entstehung des Hochtaunuskreis'

Im Zuge des Projektes „Regionalstadt” Frankfurt 1971 schlossen sich Städte und Gemeinden im Vorder- und Hintertaunus zum Hochtaunuskreis 1972 zusammen, um so der Eingliederung in die Regionalstadt zu entgehen. Das großangelegte Projekt scheiterte, nur vier kleine Gemeinden wurden nach Frankfurt eingemeindet.

[bearbeiten] Wirtschaft

Im Hochtaunuskreis befinden sich etwa 16.000 Unternehmen, die der Industrie- und Handelskammer angehören. Mehr als 75.000 Mitarbeiter sind hier angestellt. Die Wirtschaft im Hochtaunuskreis wächst weiter und bringt dem Gebiet Wohlstand. Als Wirtschaftsstandort ist das Gebiet sehr attraktiv, da es nah an der Mainmetropole Frankfurt gelegen ist. Viele mittelständische Unternehmen haben hier ihren Standort, ebenso wie einige international marktführende Firmen aus verschiedenen Branchen.

Der Hochtaunuskreis ist das Gebiet mit der höchsten Kaufkraft in der gesamten Bundesrepublik (Stand 2009).

Zwei Hochschulen sowie 69 staatliche und private Schulen gibt es im Hochtaunuskreis.

[bearbeiten] Infratruktur

Der Hochtaunuskreis ist angeschlossen an die Autobahnen 3, 5 und 661. Im öffentlichen Personennahverkehr sorgen zahlreiche Busverbindungen und das Schienennetz mit U- und S-Bahn für rasche Verbindungen. Besonders die Anbindungen nach Frankfurt sind stark ausgebaut. Zusätzlich zur S-Bahn verkehren auch einige Taunusbahnen der HLB im Gebiet.

[bearbeiten] Tourismus

Der Hochtaunuskreis ist ein beliebtes Ausflugsziel. Besonders der Große Feldberg und das Römerkastell Saalburg ziehen viele Besucher an. Etwa 10 Millionen Tagesgäste zählt der Hochtaunuskreis pro Tag. Mit dem Tourismusgewerbe werden dreistellige Millionenbeträge erzielt.

2011 ist der Hochtaunuskreis im Blick von ganz Hessen: Im Sommer findet dann der Hessentag in Oberursel statt.

[bearbeiten] Partnerschaften

Der Hochtauunuskreis pflegt eine Partnerschaft mit dem israelischen Distrikt Gilboa. Diese Beziehung bestehet seit 1990.

Zusätzlich gibt es zahlreiche Städtepartnerschaften mit einzelnen Städten und Gemeinden des Hochtaunuskreis' zu verschiedenen Städten in anderen Ländern.

[bearbeiten] Kartenansicht

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