Hofgut Klaraberg

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Nach 729 Jahren droht Klaraberg das Aus: Geburts- und Sterbejahr des Hofguts sind auf die Tore geschrieben. Quelle: FNP/Postl
Nach 729 Jahren droht Klaraberg das Aus: Geburts- und Sterbejahr des Hofguts sind auf die Tore geschrieben. Quelle: FNP/Postl

Das Gut Klaraberg war ein ehemaliges Hofgut bei Kelsterbach im Kreis Groß-Gerau, dessen Geschichte bis ins Jahre 1208 zurückreichte. Heute befindet sich das Gelände bei der Bundesstraße 43 von Kelsterbach nach Raunheim im Besitz der FRAPORT, des Betreibers des Rhein-Main-Airports bei Frankfurt.

Am 10. November 2009 begann die FRAPORT mit dem Abriss der einzelnen Gebäudes des Hofguts (die alle neueren Datums sind und nicht als historisch wertvoll gelten). Geplant ist, das einzig eine historische Bruchsteinmauer entlang der Bundesstraße stehen bleiben soll. Im Anschluss an den Abriss soll das Areal renaturiert und in ein Biotop umgewandelt werden (Stand: November 2009).

Nach den bereits genehmigten Plänen sollen das ehemalige Wohnhaus, die große Scheune sowie die kleinen Schuppen abgerissen werden. Die Fraport spricht indes nicht von Abbruch oder Abriss, sondern von einem „zweckmäßigen Rückbau“. Das ehemalige Trafohäuschen soll, in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde, erhalten werden und als Niststätte vor allem für Fledermäuse dienen.

Das Hofgut Klaraberg im Juli 2009. Bildquelle: Neu-Isenburger Neue Presse, Foto: Leo Postl
Das Hofgut Klaraberg im Juli 2009. Bildquelle: Neu-Isenburger Neue Presse, Foto: Leo Postl

Auch die Bruchsteinmauer entlang der B 43 soll nur zur halben Höhe abgetragen werden, die dadurch anfallenden Steine gar als „lockerer Verbund“ am Fuße der Mauer aufgeschichtet werden. In den Hohlräumen sollen Eidechsen, Kröten, und anderes Kleingetier eine neue Heimat finden.

[bearbeiten] Die Geschichte des Hofguts Klaraberg

Der Name des Hofguts Klaraberg verweist auf den ersten Eigentümer des Guts, das Klarissenkloster St. Klara in Mainz. Im Jahr 1290 erwarb das Kloster das Bauerngut von Gottfried von Eppstein aus dem Adelsgeschlecht der Herren von Eppstein.

Im Jahr 1774 wurde das Klarissenkloster St. Klara aufgelöst und das Hofgut Klaraberg gelangte in den Besitz der Mainzer Universität. Im Jahr 1803 gelangte das Gut in den Besitz der Landgrafen zu Hessen-Darmstadt.

Im Jahr 1952 schließlich wurde das Hofgut Eigentum der Stadt Kelsterbach. In den 1960er Jahren wurden die Landwirtschaftlichen Flächen des Guts von der Hoechst AG als Versuchsfelder für Düngemittel, Saatgutsorten und Schädlingsbekämpfung genutzt. Nach der Zerschlagung der Hoechst AG am Beginn des 21. Jahrhunderts ging das Hofgut Klaraberg schließlich in den Besitz der FRAPORT über.

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