Hugenotten- und Waldenserpfad

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Der Friedrichsdorfer Teil des Hugenotten- und Waldenserpfades führt in den Hintertaunus. Auf der Darstellung ist er rot eingezeichnet. Quelle: FNP
Der Friedrichsdorfer Teil des Hugenotten- und Waldenserpfades führt in den Hintertaunus. Auf der Darstellung ist er rot eingezeichnet. Quelle: FNP
Die Stadt Friedrichsdorf ist seit Juni 2009 Gründungsmitglied im Verein Hugenotten- und Waldenserpfad. Seit 2006 begleitet die Stadt das Projekt „Internationaler Hugenotten- und Waldenserpfad“. Insgesamt 31 Kommunen und Organisationen sind beteiligt, darunter, außer Neu-Isenburg, auch Bad Homburg und der Naturpark Hochtaunus. Vorsitzender ist der Neu Isenburger Erste Stadtrat Herbert Hunkel (parteilos).

Der Kultur-Fernwanderweg von rund 1800 Kilometern Länge folgt in weiten Teilen dem historischen Fluchtweg der Hugenotten aus dem Dauphiné-Gebiet in Südostfrankreich von dem Ort Le Poët-Laval im Drôme-Gebiet über Genf nach Baden-Württemberg und ihrem weiteren Weg durch Hessen bis Bad Karlshafen. Als Hugenotten-Gründung kommt Friedrichsdorf im Wegeverlauf eine zentrale Bedeutung zu.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

Am 18. Oktober 1685 unterzeichnet der französische König Ludwig XIV. das Edikt von Fontainebleau, mit dem er das Edikt von Nantes aufhebt. Damit hat die konfessionelle, soziale, wirtschaftliche, rechtliche und politische Gleichstellung der Protestanten in Frankreich ein Ende. Sofort nachdem der Kabinettsbefehl verkündet ist, werden die protestantischen Kirchen zerstört und die Pfarrer müssen das Land innerhalb zweier Wochen verlassen. Wer bis dahin nicht geflüchtet ist – Fluchtversuche werden mit dem Tod bestraft – dem droht lebenslänglicher Dienst auf den Galeeren oder im Kloster. Nun beginnt eine große Fluchtwelle. Von 800 000 Protestanten verlassen rund 200 000 das Land, meist unter dramatischen Umständen. Und nehmen einen bis zu 1800 Kilometer weiten Fluchtweg aus ihrer Heimat nach Deutschland auf sich. Der Exilweg der aus den piemontesischen Tälern kommenden Waldenser stößt kurz vor der Schweizer Grenze auf den Weg der Hugenotten. In der Schweiz wartet Rettung. Die protestantischen Eidgenossen haben ein Hilfswerk eingerichtet. Dort erhalten die Flüchtlinge Reisegeld und Pässe, dann ziehen die meisten von ihnen weiter.

Unter anderem in Hessen fanden sie eine neue Heimat. Der Homburger Landgraf Friedrich II. gab ihnen das Stück Land, das sie dann zum Dank „Friedrichsdorf“ nannten. „Hier fand ich mein Asyl“ steht noch heute in französischer Sprache an der evangelischen Kirche in der Friedrichsdorfer Hugenottenstraße zu lesen. Französische Glaubensflüchtlinge haben die Stadt im 17. Jahrhundert gegründet.

[bearbeiten] Vereinsziele

Der Verein „Hugenotten- und Waldenserpfad“ will für die Erhaltung und Bewusstmachung des historischen Kulturerbes der Hugenotten und Waldenser eintreten. Dieses Vorhaben diene der Vermittlung des europäischen Integrationsgedankens. Das Ziel ist die Schaffung eines Kultur-Fernwanderweges zur Förderung des Wanderns und des Kultur- und Naturwandererlebnisses. Der Verein will zu diesem Zweck den „Hugenotten- und Waldenserpfad“ auf nationaler und internationaler Ebene bekannt machen. Dazu will er Wanderausstellungen organisieren und das Kulturangebot seiner Mitglieder bündeln. Vorbild ist der Jakobsweg. Allerdings geht es dabei nicht um religiöse Bezüge und Symbole, sondern vielmehr um das kulturelle Erbe und geschichtliche Fakten. „Jede Stadt, die sich am Hugenotten- und Waldenserpfad beteiligt, muss die Kosten für die Pflege und Ausschilderung des Weges selbst übernehmen“, erklärt Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne). Die Wegstrecke in und rund um Friedrichsdorf beträgt 10 Kilometer. Es gibt Überlegungen, die Erstausschilderung im Bereich des Verbandsgebietes vom „Naturpark Hochtaunus“ durchführen zu lassen. Für die jährliche Kontrolle und Pflege des Streckenabschnitts sei das Modell eines ehrenamtlichen „Wegepatens“ denkbar.

[bearbeiten] Länderübergreifendes Kulturprojekt

„Mit dem Beitritt zum Verein rückt Friedrichsdorf seine außergewöhnlichen historischen Wurzeln in den Fokus der Öffentlichkeit“, so der Bürgermeister, „und natürlich wollen wir von der wachsenden touristischen Bedeutung eines solchen Fernwanderweges profitieren und zudem den Bekanntheitsgrad unserer Stadt sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene steigern.“ Die Europäische Union soll das länderübergreifende Kulturprojekt fördern.

[bearbeiten] Weitere Informationen

Informationen bei der Stadt Friedrichsdorf, Heike Havenstein, Telefonnummer: 06172/731296, E-Mail: stadtverwaltung@friedrichsdorf.de.

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