Karlsamt

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Feierlicher Einmarsch in den Frankfurter Dom zum traditionellen Karlsamt am 28. Januar 2010. Foto: Martin Weis, Bildquelle: FNP
Feierlicher Einmarsch in den Frankfurter Dom zum traditionellen Karlsamt am 28. Januar 2010. Foto: Martin Weis, Bildquelle: FNP

Als Karlsamt wird eine Messe im Ritus der Katholischen Kirche bezeichnet, die immer am 28. Januar im Aachener Dom und im Frankfurter Dom gehalten wird. Die Messe wird zu Ehren von Karl dem Großen gefeiert, der am 28. Januar 814 in Aachen gestorben ist. Der fränkische Kaiser war im Jahr 1165 durch den auf Betreiben des Stauferkaisers Friedrich Barbarossa eingesetzten Gegenpapst Paschalis III. selig gesprochen worden. Schon bei seiner Seligsprechung wurde Karl als „Pater Europae” („Vater Europas”) verklärt, der „Karlspreis” der Stadt Aachen erinnert heute noch an diesen Aspekt der Karls-Verehrung.

Die Liturgie des Karlsamtes stamt aus dem 15. Jahrhundert. Sie besteht aus der „Karlssequenz”, einem lateinischen Lobgesang auf Karl den Großen aus dem 12. Jahrhundert, sowie aus den ebenfalls lateinischen „Kaiserlaudes” mit Huldigungsrufen an Christus und Fürbitten für Kirche, Papst, Bischof, das deutsche Volk und alle Regierenden.

[bearbeiten] Das Karlsamt in Frankfurt

Die Verbindung Frankfurts mit Karl dem Großen geht auf die Legende zurück, dass die Stadt am Main angeblich durch den Frankenkaiser gegründet wurde. Historischer Kern dieser Legend ist, dass die Stadt erstmals am 22. Februar 794 in einer Urkunde Karls des Großen für das Regensburger Kloster St. Emmeram erwähnt wurde. Zudem wurde der Frankfurter Dom im Jahr 1356 durch die Goldene Bulle zum Ort der deutschen Königswahlen und später zur Krönungskirche der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation bestimmt.

Zu den Traditionen des Karlsamtes in Frankfurt gehört, dass mit den Priestern und Kirchendienern Vertreter des Deutschen Ordens, des Ordens der Malteser und des Ordens der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem in den Dom einziehen, ebenso eine Vertreterin oder ein Vertreter der Evangelischen Kirche in Frankfurt. Eine weitere Tradition des Karlsamtes in Frankfurt ist, dass die Predigt in der Regel von einem Bischof aus dem europäischen Ausland gehalten wird.

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