Friedrich II. von Hessen-Homburg

Aus Rhein-Main-Wiki - Das Online-Lexikon für Rhein-Main

(Weitergeleitet von Landgraf Friedrich II.)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Friedrich II. von Hessen-Homburg (1633–1708) war von 1680 bis zu seinem Tod am 24. Januar 1708 Landgraf von Hessen-Homburg.

Bevor er 1680 die Regentschaft in Homburg übernahm, gelangte Friedrich II. durch eine glanzvolle militärische Karriere zu Berühmtheit. Der Schriftsteller Heinrich von Kleist (1777–1811) setzte ihm ein literarisches Denkmal, Friedrich II. war das reale Vorbild für den Titelhelden in Kleists Theaterstücke „Prinz Friedrich von Homburg”.

Aufgrund einer aufwendig gestalteten Prothese, die er anstelle des rechten Unterschenkels benutzte, trug Friedrich II. auch den Beinamen „Landgraf mit dem silbernen Bein” (s.u.).

[bearbeiten] Lebensweg Friedrichs II.

Büste Friedrichs II. von Hessen-Homburg von Andreas Schlüter, Bildquelle: Das große Hessenlexikon
Büste Friedrichs II. von Hessen-Homburg von Andreas Schlüter, Bildquelle: Das große Hessenlexikon
Friedrich II. von Hessen-Homburg wurde am 30. März 1633 in Homburg vor der Höhe geboren, dem heutigen Bad Homburg. Er war der siebte und letzte Sohn des Landgrafen Friedrich I. (1585–1638), dem Begründer des Adelsgeschlechts Hessen-Homburg, einer Nebenlinie des Darmstädter Landgrafenhauses.

Da seine Brüder in der Erbfolge vor ihm standen, strebte Friedrich II. eine militärische Karriere an. Im Dienst des schwedischen Königs Karl X. Gustav verlor er 1658 beim Sturm auf Kopenhagen den rechten Unterschenkel, ab da lebte er mit einer hölzernen Prothese. (Nach der Übernahme der Regentschaft in Homburg tauschte er die hölzerne Prothese gegen ein künstliches Bein mit Federn und silbernen Scharnieren aus, von da an trug er den Beinamen „Landgraf mit dem silbernen Bein”).

Als Komandeur der brandenburgischen Kavallerie nahm Friedrich II. auch am Schwedisch-Brandenburgischen Krieg teil. Am 28. Juni 1675 griff er in der Schlacht von Fehrbellin mit seinen Reitern die schwedische Armee an, obwohl er von seinem Vorgesetzten, dem brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, den Befehl zum Abwarten erhalten hatte. Durch die Reiterattacke erfocht Friedrich II. den Sieg für Brandenburg. Mit seiner Befehlsverweigerung ging der spätere Landgraf von Hessen-Homburg auch in die Literaturgeschichte ein. Es ist dieser Ausschnitt aus seinem Leben, von dem Heinrich von Kleists Theaterstück „Prinz Friedrich von Homburg” handelt.

Nachdem er 1680 die Regierung in Homburg übernommen hatte, begann Friedrich II. mit dem Bau des barocken Homburger Schlosses. Ebenso holte er aus Frankreich vertriebene Hugenotten und Waldenser in seinen Herrschaftsbereich und gründete für sie die Siedlungen Dornholzhausen und Friedrichsdorf.

Friedrich II. von Hessen-Homburg starb am 24. Januar 1708 in Homburg vor der Höhe. Sein berühmtes künstliches Bein ist heute noch im Bad Homburger Schloss zu besichtigen.

[bearbeiten] Literatur

Das große Hessenlexikon
von Gerd Bauer, Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz
erschienen 2008, 416 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und S/W-Abbild
ISBN: 9783797310934
Preis: 24,90 Euro
Dieses Buch jetzt bestellen

Zur Homepage des Societäts-Verlags

Neue Informationen hinzufügen: Klicken Sie hier!
Link zu dieser Seite setzen: Klicken Sie hier!
Partner von Rhein-Main-Wiki:
  • Frankfurter Neue Presse
  • Rhein-Main.Net
  • Societätsverlag