Martin Elsaesser

Aus Rhein-Main-Wiki - Das Online-Lexikon für Rhein-Main

Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Architekt Martin Elsaesser. Quelle: architektur-portrait
Der Architekt Martin Elsaesser. Quelle: architektur-portrait
Martin Elsaesser wurde am 28. Mai 1884 in Tübingen geboren und starb am 5. August 1957 in Stuttgart. Als Architekt wurde er vor allem durch eine Vielzahl von Kirchenbauten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Stationen seines Lebens

1901 - 06 Studium an der TH München und der TH Stuttgart
1911 - 13 Assistent an der TH Stuttgart bei Paul Bonatz
1913 - 20 Professor für mittelalterliche Baukunst an der TH Stuttgart
1920 - 25 Leitender Direktor der Kunstgewerbeschule Köln
1925 - 32 Leiter des Hochbauamtes in Frankfurt am Main
1947 - 55 Professor für Entwerfen an der TH München

[bearbeiten] Wirken in Frankfurt

1925 wurde Martin Elsaesser durch den neuen Frankfurter Stadtbaurat Ernst May zum künstlerischen Leiter des Hochbauamtes Frankfurt berufen. Er erhält einen Zehn-Jahres-Vertrag sowie eine Professur an der Frankfurter Kunstschule, um beamtenrechtliche Ansprüche geltend zu machen, die durch die Kündigung des Kölner Lebenszeitvertrages verfallen waren. Im Hochbauamt ist Elsaesser für die kommunalen Bauten Frankfurts verantwortlich, vor allem für Schulbauten, die die Reformansätze im Schulwesen baulich umsetzen und wichtiger Bestandteil der neuen Wohnsiedlungen sind. Mit ihren strengen, geometrischen Formen stellen seine Frankfurter Großbauten herausragende Beispiele für das Neue Bauen der späten Zwanziger Jahre dar und sind damit elementarer Bestandteil des von OB Ludwig Landmann initiierten „Neuen Frankfurt“.

Dennoch fungieren Elsaessers durchaus traditionalistisch geprägten Bauten als Gegenpol zu den funktionalistischen Montagebauten des Stadtbauamtes von Ernst May, so ist Elsaessers bevorzugtes Baumaterial Backstein. Die Verbindung von modernster Bautechnik und traditionellen Motiven wie bei seinem wichtigsten Frankfurter Bau, der Großmarkthalle, charakterisiert Elsaessers ambivalente Architekturauffassungen.

Ernst May und ein großer Teil seines Mitarbeiterstabes aus dem Hochbauamt wandern 1930 für Städteplanungen in die Sowjetunion aus. Martin Elsaesser bleibt dagegen in Frankfurt, löst aber 1932 vorzeitig seinen Vertrag mit der Stadt auf, wobei er die mangelnde Bautätigkeit als Grund nennt.

Zwischen 1925 und 1932 plante er zahlreiche Bauten, zehn Gebäude wurden davon realisiert. Mit Ausnahme der Großmarkthalle – zukünftig Teil des Sitzes der Europäischen Zentralbank – sind heute nur wenige von den Bauten in der öffentlichen Wahrnehmung präsent.

Die 1927 erbaute Pestalozzi-Schule im Frankfurter Stadtteil Riederwald. Quelle: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt
Die 1927 erbaute Pestalozzi-Schule im Frankfurter Stadtteil Riederwald. Quelle: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt
Eine Reihe von kommunalen Schulbauten wie etwa die heutige Pestalozzi-Schule (1927) und die Holzhausenschule (1929), Elsaessers eigenes Wohnhaus in Ginnheim (1926), das Fechenheimer Hallenschwimmbad Frankfurt Ost (1928), die Gustav-Adolf-Kirche in Niederursel (1928), der Umbau des Gesellschaftshauses Palmengarten (1930) und natürlich die Großmarkthalle (1928) sowie andere Bauten führen eindrücklich vor, welch breitem Spektrum von Bauaufgaben sich Elsaesser in seiner Frankfurter Dienstzeit widmete.

[bearbeiten] Ausstellung

Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt zeigt vom 10. Oktober 2009 bis zum 14. März 2010 unter dem Titel „Martin Elsässer und das Neue Frankfurt” eine Ausstellung mit Plänen, Texten, Modellen, einem Dokumentarfilm sowie historischen und aktuellen Fotografien.

[bearbeiten] Link

Neue Informationen hinzufügen: Klicken Sie hier!
Link zu dieser Seite setzen: Klicken Sie hier!
Partner von Rhein-Main-Wiki:
  • Frankfurter Neue Presse
  • Rhein-Main.Net
  • Societätsverlag