Parade der Kulturen
Aus Rhein-Main-Wiki - Das Online-Lexikon für Rhein-Main
Die Parade der Kulturen in Frankfurt ist eine Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit, die vom Frankfurter Jugendring einmal im Jahr veranstaltet wird. Seit 2003 gibt es dieses bunte Spektakel, das eher an Fastnacht denn an eine Demo denken lässt. Am traditionellen Umzug durch die Frankfurter Innenstadt nahmen 2008 über 2.000 Personen in 100 Gruppen teil. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer sorgten dafür, dass Umzug und Rahmenprogramm reibungslos über die Bühne gingen und rund 100.000 Besucher verfolgten die bunte Demonstration. Im Jahr 2009 fiel die Parade aus, da der Frankfurter Jugendring Finanzierungsschwierigkeiten hatte und zudem mit dem zeitnah in Frankfurt stattfindenden Internationalen Turnfest die Kapazitäten vieler Vereine gebunden waren. Im Jahr 2010 wird die Parade der Kulturen jedoch wieder stattfinden.
Fester Bestandteil der Parade der Kulturen ist auch immer der Markt der Kulturen auf dem Römerberg und am Frankfurter Mainufer, auf dem die an dem Umzug teilnehmenden Vereine internationale Speisen, Getränke und Kunsthandwerk verkaufen.
Die Parade der Kulturen 2010 wird am 26. Juni veranstaltet. Einzelpersonen und Gruppen können sich bis zum 1. April 2010 zur Teilnahme an dem Demonstrationszug anmelden. Gemeinnützige Vereine haben zudem die Möglichkeit, einen Stand auf dem Markt der Kulturen zu beantragen.
[bearbeiten] Ziel
Die "Angst vor Fremdem" machen Organisatoren und Schirmherren der Parade als Hauptproblem für den Hass gegen Ausländer aus. Also rufen sie die in Frankfurt vertretenen Nationalitäten auf, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. So lernen die verschiedenen Kulturen, die gemeinsam in der Stadt leben, einander kennen. An der Parade 2008 nahmen Vertreter von etwa 170 Nationen teil, um diese Angst und den Hass gegenüber Ausländern aus der Welt zu schaffen. Landestypische Trachten und Bekleidung, kulturtypische Musik und traditionelle Speisen auf dem Markt am Mainufer – die Besucher der Demo können überall in der City Neues entdecken und kennenlernen, ganz nach dem Motto der Parade 2008: "Bunt, schön – Frankfurt!".
[bearbeiten] Hintergrund
In der Mainmetropole wohnen laut Frankfurter Bürgeramt etwa 667.500 Einwohner, wovon etwa 164.000 ausländische Immigranten sind (Stand 2008). Dass Frankfurt auch gern als „melting pot“ bezeichnet wird, kommt also nicht von ungefähr. Dass das Zusammenleben nicht einfach ist, erscheint offensichtlich. Demonstrationen rechter bis rechtsradikaler Gruppen erforderten nach Ansicht der Veranstalter ein korrigierendes Gegengewicht.
Aus diesem Grund haben sich 29 Jugendverbände zu einer gemeinsamen Dachorganisation, dem Frankfurter Jugendring, kurz FJR, zusammengeschlossen und die Parade der Kulturen organisiert. Jeder der Verbände tritt für ein Zusammenleben und Zusammenwachsen der Kulturen in Frankfurt ein. Doch nicht nur die Verbände sondern auch die Partner und Sponsoren möchten für ein friedlicheres Frankfurt sorgen. So sind beispielsweise das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA), das Jugendamt der Stadt Frankfurt, das Jugendbildungswerk Frankfurt am Main (jbw), die Kommunale Ausländerinnen- und Ausländervertretung Frankfurt, die Firma Saalbau, DM-Drogeriemarkt und viele weitere Organisationen und Firmen engagiert den Zusammenhalt zu stärken. Ebenso versucht auch die Presse als modernes Sprachrohr die Botschaft weiterzutragen. So unterstützen Rhein-Main.Net, Fritz, die Frankfurter Rundschau und auch ausländische Zeitungen wie Hürriyet die Parade der Kulturen.
[bearbeiten] Links
www.parade-der-kulturen.de Seite der Parade der Kulturen
www.frankfurterjugendring.de Seite des Frankfurter Jugendrings
