Römerkastell Saalburg

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Das Römerkastell Saalburg. Bildquelle: Taunus Zeitung
Das Römerkastell Saalburg. Bildquelle: Taunus Zeitung

Die Saalburg im Taunus ist ein rekonstruiertes römisches Kastell aus dem 1. bis 3. Jahrhundert nach Christus, das heute sowohl als Ausflugsziel wie auch als Museum im Rhein-Main-Gebiet bekannt ist. Die Baumaßnahmen in der Saalburg werden sich voraussichtlich bis ins Jahr 2011 erstrecken. Zwei Millionen Euro werden in das Projekt, zu dem die Sanierung der Gebäude und Tore gehören, investiert. 1,4 Millionen Euro steuert das Land bei, der Bund beteiligt sich mit etwa 700 000 Euro.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Das Römerkastell Saalburg

Im Archäologischen Park Saalburg wird der Versuch unternommen, das Leben der römischen Soldaten im Taunus und die römische Kultur wieder aufleben zu lassen. Die Besucher können mehrere Räume und Ausstellungen besichtigen und auch an verschiedenen Veranstaltungen rund um das Leben der antiken Römer teilnehmen. So werden zum Beispiel „Römische Abende” und „Brotbacktage” regelmäßig angeboten. Ebenso gibt es ein museumspädagogisches Programm speziell für Kinder.

Innerhalb des Kastells mit Mauer und Wehrgang wurden mehrere Gebäude aus Stein und Holz originalgetreu wiederaufgebaut. Darunter das Horreum (der Getreidespeicher), wo das Museum der Saalburg untergebracht ist, und das Praetorium (die Kommandantenwohnung), wo die Verwaltung und das Forschungsinstitut ihren Platz haben.

Zahlreiche archäologische Funde, die in der Saalburg gemacht wurden, dokumentieren das alltägliche Leben der Römer in der Spätantike. Die Artefakte belegen, wie die Römer aßen und tranken, wie sie bauten, sich kleideten und schmückten, wie sie sich pflegten und wie sie heilten. Neben Gegenständen aus Bronze, Eisen, Glas und Keramik gehören auch seltene Holz- und Lederfunde aus der Römerzeit zu den Exponaten der Saalburg, die im feuchten Grund des Taunus’ gut konserviert wurden.

[bearbeiten] Geschichte des Römerkastells Saalburg

An der Stelle der Saalburg entstand erstmals im Jahr 83 nach Christus eine kleine Erdschanze für ca. 80 bis 100 Soldaten, als der römische Kaiser Domitian gegen den germanischen Stamm der Chatten Krieg führte. Die Erdschanze wurde im weiteren verlauf zu einem Holzkastell ausgebaut und die Zahl der hier stationierten Soldaten erhöht.

Mit der Errichtung des Limes’ im 2. Jahrhundert nach Christus als Außengrenze des Römischen Reichs zu den Stammesgebieten der Germanen wurde die Saalburg zur Grenzgarnison, von wo aus der Limesabschnitt im Taunus überwacht wurde. Die Saalburg wurde nun zu einem Kohortenkastell ausgebaut mit gemauerten Wehrmauern und Innenbauten aus Stein und Holz. Etwa 500 bis 600 Soldaten waren nun in der Festung stationiert. Vor den Mauern der Burg bildete sich ein Lagerdorf, in dem Schätzungen zufolge etwa 2.000 Menschen lebten. In diesem Dorf lebten Handwerker und Händler, es gab dort aber auch Wirtshäuser und Badegebäude.

Als die Römer schließlich um 260 nach Christus den Taunus verließen, wurden das Kastell und das Lagerdorf, ebenso wie auch der Limes, aufgegeben und dem Verfall überlassen. Von da an wurde die Ruine für lange Zeit als Steinbruch genutzt. Erst am Beginn des 19. Jahrhunderts wurde auf Initiative von Kaiser Wilhelm II. das Römerkastell zwischen 1897 bis 1907 wiederaufgebaut (s.u.).

Seit dem Jahr 2003 sind weitere Gebäude auf dem Gelände rekonstruiert worden. Im Jahr 2005 schließlich wurde der 550 Kilometer lange Limes (und damit auch das Römerkastell Saalburg) zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

[bearbeiten] Kaiser Wilhelm II. und die Saalburg

Kaiser Wilhelm II. zu Pferde im Römerkastell Saalburg im Taunus bei der Besichtigung der Funde einer Ausgrabung, undatiert. Bildquelle: Frankfurter Neue Presse
Kaiser Wilhelm II. zu Pferde im Römerkastell Saalburg im Taunus bei der Besichtigung der Funde einer Ausgrabung, undatiert. Bildquelle: Frankfurter Neue Presse

Friedrich Viktor Albert von Preußen aus dem Geschlecht der Hohenzoller (1859–1941), als Wilhelm II. der letzte deutsche Kaiser (1888–1918), interessierte sich schon als Neunzehnjähriger für Archäologie und archäologische Grabungen, eine Begeisterung, die auch dem Zeitgeist der Kolonialepoche entsprach. Mit dem Gleichsetzen mit historischen Großmächten sollte die eigene Herrschaft legitimiert und erhöht werden. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der Monarch neben der politischen Instrumentalisierung auch echtes persönliches Interesse für die Archäologie empfand, Wilhelm II. gilt als ein entschiedener Förderer dieser Wissenschaft.

Das Interesse des Monarchen am Limes und am Römerkastell Saalburg ist auch darauf zurückzuführen, dass die Familie der Hohenzoller regelmäßig ihre Sommerurlaube in der Taunusstadt Bad Homburg vor der Höhe verbrachte und von dort aus immer wieder Ausflüge zu den Grabungsstätten am Limes und später an der Saalburg unternommen wurden. Entsprechend wurde auch die archäologische Forschung am Limes durch den Kaiser gefördert. Zwischen 1897 bis 1907 wurde schließlich das Römerkastell Saalburg auf Initiative Wilhelms von dem Architekten Louis Jacobi nach dem neuesten Stand damaliger Forschung rekonstruiert.

[bearbeiten] Besucherrekorde

Rund 146 000 Menschen, also ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 besuchten 2009 die Saalburg. In dem einzigen wieder aufgebauten römischen Kastell wurden 2009 unter anderem ein Museumsshop und ein Gebäude namens Fabrica errichtet, welches hauptsächlich für Ausstellungen genutzt wird.

[bearbeiten] Öffnungszeiten

Das Römerkastell Saalburg ist von März bis Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, von November bis Februar ist das Kastell immer von Dienstag bis Sonntag von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Am 24. und am 31. Dezember ist die Saalburg geschlossen (Stand: Juni 2009).

[bearbeiten] Lage

Römerkastell Saalburg, Archäologischer Park, Saalburg 1, 61350 Bad Homburg

Kartenansicht


[bearbeiten] Links

www.saalburgmuseum.de Seite der Saalburg

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