Zeil

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Die Zeil ist eine 1,2 km lange Einkaufsstraße in Frankfurt. Sie befindet sich in der Innenstadt und ist eine der umsatzstärksten Einkaufsmeilen Deutschlands.

Die Zeil verläuft parallel zur ehemaligen staufischen Stadtmauer des 12. Jahrhunderts. Außerhalb der Mauer wurde Viehmarkt gehalten. Nach der Gründung der Frankfurter Neustadt 1333 entstand vor der Stadtmauer zwischen Bockenheimer und Friedberger Pforte zunächst eine Häuserzeile, die nur an der Nordseite bebaut war. An der Südseite verlief weiterhin der Wassergraben der alten Staufermauer, der erst Ende des 16. Jahrhunderts zugeschüttet und bebaut wurde. Der sogenannte Fabersche Belagerungsplan von 1552 und der Merianplan von 1628 zeigen diese Entwicklung deutlich. Auch nach der Bebauung blieb die Zeil die mit Abstand breiteste Straße der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Zeil aktuell

Die Gärtner pflanzten die Platanen nachts. Fotos: Bastian Klein/FNP
Die Gärtner pflanzten die Platanen nachts. Fotos: Bastian Klein/FNP
Die Zeil wird wieder grün. Die Bäume kehren auf Frankfurts größte Einkaufsstraße zurück. Bis Ende März 2009 wurden 30 Platanen wieder eingesetzt, die den Baustellen auf der Zeil weichen mussten. Die Platanen waren 2004 vor Beginn des Zeilumbaus ausgegraben worden und hatten die Zeit in einer ehemaligen Baumschule im Taunus verbracht. „Das war eine Art Kur für die Bäume“, so Forstwirt Jens Hödicke. Pünktlich zum Frühlingsanfang macht sich die Einkaufsmeile hübsch. „Bis Ostern werden sämtliche Bäume vor dem Einkaufszentrum My Zeil wieder stehen“, sagt Hödicke. Dann kommt auch der Großteil der hässlichen Bauzäune weg und der Platz ist endlich frei für Spaziergänger, Würstchenverkäufer oder Straßenmusikanten. Doch es fehlen nach wie vor die Bänke. Planungs- und Grünflächenamt konnten sich immer noch nicht darauf einigen, welcher Banktyp in Zukunft die Zeil verschönern soll. Die Diskussionen laufen schon seit mehreren Monaten.

Mit den Baustellen auf der Zeil wird er jedoch noch den gesamten Sommer auskommen müssen.

Hier ist bereits ein gutes Stück geschafft, während links und rechts die Pflasterarbeiten noch ausstehen. Quelle: FNP/Rainer Rüffer
Hier ist bereits ein gutes Stück geschafft, während links und rechts die Pflasterarbeiten noch ausstehen. Quelle: FNP/Rainer Rüffer

[bearbeiten] Zahlen, Daten und Fakten

zur Neugestaltung der Zeil zwischen Hauptwache / Liebfrauenstraße und Konstablerwache / Große Friedberger Straße im Ausbauprogramm „Schöneres Frankfurt“.

  • Größe: ca. 800 m lang, durchschnittlich etwa 40 m breit, insgesamt 20 513 qm Fläche.
  • Erster Spatenstich durch Oberbürgermeisterin Petra Roth am 19. August 2008.
  • Fertigstellung: Voraussichtlich im Frühjahr 2010.
  • Gesamtkosten: Inklusive neue Fußgängerzone Hauptwache rund 18 Millionen Euro, davon knapp 12 Millionen für die Zeil.
  • Abriss der vier alten, Bau von drei neuen Gastronomie-Pavillons.
  • Neue Bodenbeläge: Auf den seitlichen Gehwegen vor den Geschäften hochwertige Betonplatten mit Natursteinvorsatz (eingestreuter Natursteinsplitt) und schmutzabweisender Oberfläche, 18 cm dick, 60 x 90 cm groß, insgesamt 8000 Stück mit 32 unterschiedlichen Formen.
  • Kleinpflaster in der baumbestandenen Mitte der Zeil: schwarzer Basalt, roter Granit, weißer Marmor. Insgesamt werden 30 000 Steine gebraucht.
  • Neue Beleuchtung mit zylindrischen Leuchten an pergolaartigem Stahlrohrsystem.
  • Neue Bänke: 40 Rundbänke (Holz / Edelstahl), Modell für jeweils 5000 Euro.
  • Fahrradständer: insgesamt 140 für je zwei Fahrräder an sieben Standorten auf der Zeil, weitere Ständer in den Seitenstraßen.
  • Papierkörbe: neue, auf dem Boden stehende Abfallbehälter aus der dunkelgrauen Pinto-Familie mit erheblich größerem Fassungsvermögen.
Der frisch asphaltierte Platz an der Hauptwache. Foto: Martin Weis/FNP
Der frisch asphaltierte Platz an der Hauptwache. Foto: Martin Weis/FNP
Auch wenn die Reihen der Platanen bald wieder komplett sind: Nach Auskunft der Stadt wird sich die komplette Zeilumgestaltung bis 2010 hinziehen.

[bearbeiten] Zeil – belebteste Einkaufsstraße

Die Frankfurter Zeil hat sich trotz Umbauarbeiten unter den belebtesten Einkaufsstraßen Deutschlands halten können. Nach einer in Düsseldorf vorgestellten Erhebung der Immobilienberatung Kemper's Jones Lang LaSalle waren dort an einem Samstagmittag im April 2009 innerhalb einer Stunde 12.940 Fußgänger unterwegs. Bundesweit auf Platz 7 landete die Wiesbadener Kirchgasse mit 10 500 Personen in der untersuchten Stunde. Bei den sogenannten Luxusmeilen bliebt die Düsseldorfer Königsallee mit 5950 Passanten pro Stunde die bestbesuchte Lage ihrer Art. Mit großem Abstand folgt die Frankfurter Goethestraße mit 2.780 Passanten.

[bearbeiten] Zeil-Gastronomie in neuen Pavillons

Im westlichen Pavillon auf der Zeil macht das Restaurant „Weidenhof“ auf. Quelle: FNP/Georg
Im westlichen Pavillon auf der Zeil macht das Restaurant „Weidenhof“ auf. Quelle: FNP/Georg
Eine Gaststätte mit viel Lokalkolorit, eine andere mit internationalem Flair und Angebot sollen in die Pavillons auf der Zeil einziehen. Im September 2009 wurden die Konzepte der Betreiber vorgestellt. Geschichte soll auf der Zeil wieder aufleben so die Pächter des westlichen Zeil-Pavillons (Richtung Hauptwache). „Weidenhof anno MMIX“ soll das Lokal heißen. Der Name stellt den grauen Glaskasten in die Nachfolge des ältesten Gasthauses Frankfurts, das schlicht „Weidenhof“ hieß und betrieben wurde von Cornelia Schellhorn, die anschließend Georg Goethe heiratete. Das war um 1700. Mehr als 300 Jahre später soll der „Weidenhof“ nun in neuem Glanze erblühen, wieder auf der Zeil, im neuen Pavillon. Traditionell soll auch das Speisenangebot sein. Es gibt Handkäs’ und Apfelwein, Schneegestöber und Grüne Soße. Daneben soll auch Vegetarisches auf den Karte stehen. Das Innere des Kastens wollen sie „mit viel Echtholz und gemütlichem Leder“ gestalten. 80 Sitzplätze hat das Restaurant, auf der Außenfläche soll es weitere 60 geben.

Der östliche Zeil-Pavillon (Richtung Konstablerwache) bekommt ein internationales Konzept in ästhetischer, hochwertiger Form. Der Eröffnungstermin steht noch nicht fest. Beiden Lokalen gemeinsam sind die Öffnungszeiten: Von 10 bis etwa 23 Uhr. In Kürze vergeben werden soll der dritte Pavillon am Brockhaus-Brunnen, teilte Frank Junker, Geschäftsführer der ABG Holding, mit.

Die ABG-Tochter Frankfurter Aufbau AG (FAAG) ist gemeinsam mit der Anlieger-Gesellschaft FAJA Investorin für die drei Pavillons, für die sie rund vier Millionen Euro in die Hand genommen haben. Geplant hat die Flachdach-Konstrukte der Architekt Ferdinand Heide. Ihre Pachtverträge schließen die Gastronomen laut Junker direkt mit der FAAG, die sich bei der Auswahl der Kandidaten wie in der künftigen Zusammenarbeit beraten lasse von der eigens gegründeten Zeil Gastronomie Betreiber Gesellschaft. Die Höhe der Pacht ist nicht bekannt. (Stand: September 2009)

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